Privatärztliche

Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen

Prof. (Staatsuniv. f. Med. Chisinau) Dr. Dr.med. Stefan Hillejan, Hannover

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Therapie der Analfissur mit Botulinumtoxin ( Botox )

Wundheilung der Analfissur durch Botulinumtoxin ( Botox )

Mit Botulinumtoxin ( Botox ) lässt sich eine Analfissur heilen. Die Analfissur ist ein schmerzhafter Einriss der Analhaut, der sich besonders durch stechende Beschwerden beim Stuhlgang äussert. Dadurch kommt es zu einer reflektorischen Verkrampfung der Schliessmuskulatur, wodurch die Durchblutung der Analhaut reduziert und die selbständige Abheilung der Analfissur verhindert wird. Salben wirken nur unbefriedigend.

Behandlung der Analfissur mit Botulinumtoxin ( Botox ) ist unbedenklich

Bei der Behandlung der Analfissur wird eine geringe Menge Botulinumtoxin ( Botox ) mit einer ultrafeinen Kanüle durch die Haut in die oberflächlichen Fasern des inneren Schliessmuskels injiziert. Hierdurch entspannen sich die unter der Analfissur liegenden Fasern des Schliessmuskels und die für die Abheilung der Analfissur erforderliche Durchblutung wird maximiert. Eine Vergiftung kann ausgeschlossen werden, (die dazu erforderliche Menge an Botulinumtoxin ( Botox ) wäre unbezahlbar). Schon die geringe Menge der für kosmetische Indikationen bei der Gesichtsfaltenbehandlung erforderlichen Dosis macht die Behandlung zwar sehr effektiv, aber auch nicht gerade billig.
Da die Dauer der Wirkung von Botulinumtoxin ( Botox ) vorübergehend ist, können keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auftreten. Gelegentlich kann es zu einer kurzdauernden und geringgradigen Störung der Feinkontinenz kommen ( z. B. Blähungen, unkontrollierter Abgang von Winden ).

Informationen für Fachkreise zur Anwendung von Botulinumtoxin ( Botox )

Aufgrund der auch in Fachkreisen wegen mangelnder Detailkenntnis noch weitverbreiteten Bedenken gegen die Anwendung von Botulinumtoxin ( Botox ) bei der Behandlung der Analfissur sollen im weiteren die Grundlagen der Pharmakologie und Toxikologie vertieft werden.

Botulinumtoxin A ( Botox ) wird in der Proktologie zunehmend zur Behandlung der Analfissur eingesetzt.

Das Neurotoxin des Anaerobiers Clostridium botulinum ( Botulinumtoxin A ) hemmt spezifisch die Acetylcholinausschüttung an motorischen und vegetativen Nervenendigungen. Es kommt somit zu einer reversiblen Parese der injizierten Mukulatur. Die erste Injektion von Botulinumtoxin A ( Botox ) zur Therapie der Analfissur erfolgte 1990. Mittlerweile sind weltweit über 10 Studien zur Therapie der Analfissur mit Botulinumtoxin A ( Botox ) abgeschlossen, die alle einen vergleichbaren Erfolg erzielten. Hierbei wird die Substanz etwa 1 cm tief in die Muskulus sphincter ani externus bilateral der Analfissur injiziert, d. h. bei der posterioren Analfissur bei 5 und 7 Uhr Steinschnittlage, etwas cranial der Linea anocutanea.
Die Wirkung setzt bei den Patienten sehr früh ein. So konnte vor allem eine Schmerzreduktion bereits innerhalb des ersten Tages erzielt werden. Die Parese ist nach 4 bis 7 Tagen maximal ausgeprägt und hält für etwa 4 Wochen an. Unter der Relaxation der beteiligten Fasern der Sphinktermuskulatur löst sich der reflektorische Sphinkterspasmus. Die unter Spastik sistierende Mikrozirkulation regeneriert sich und schafft somit eine Wundgrundkonditionierung für die Abheilung der Analfissur.
Relevante Nebenwirkungen sind beim Einhalten der Dosisempfehlungen nicht zu erwarten. Lokale Hämatome oder ähnliche Nebenwirkungen konnten bisher nicht gesehen werden. Ebenso wenig traten Infektionen auf. In Einzelfällen wurden in der Initialphase eine Perianalthrombose festgestellt. Die Wahrscheinlichkeit einer analen Inkontinenz ist bei der Komplexität des Sphinkterapparates und des geringen zu injizierenden Volumens und der gelösten Substanz Botulinumtoxin A ( Botox ) unwahrscheinlich. Sie ist in der Literatur mit etwa 4 bis 5 % beschrieben, hält in der Regel aber nur maximal 2 Wochen an und ist auf Windinkontinenz und Stuhlschmieren beschränkt. Die Abheilungsrate der Analfissur nach einer Erstinjektion von Botulinumtoxin A ( Botox ) wird mit etwa 80 % beschrieben.

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